Workshop 4:


Familien als Experten in eigener Sache – Pädagogischer Haltungswechsel in der Jugendhilfe am Beispiel der Multifamilientherapie


Referent: Christian Scharfe

Freie Plätze: 29 (jetzt anmelden)
Zu Beginn der `90er Jahre wurde im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe gesetzlich verankert, dass Familien aktiv an den zu gestaltenden Hilfeprozessen zu beteiligen sind. Die Position, dass Veränderungsprozesse in der Familie nur mit den verantwortlichen Erwachsenen erfolgreich zu gestalten sind, spielt eine zentrale Rolle. Dabei ist der wichtigste Aspekt, für die Kinder Loyalitätskonflikte zwischen ihren Eltern und dem professionellen Helfersystem durch eine gute Kooperation aufzulösen. Die Methode der Multifamilientherapie zeigt neue Wege, um Eltern in ihrer Rolle als Experten für die Lösung der Probleme in der Familie zu stärken. Familien werden angeregt, sich gegenseitig zu helfen, indem sie aktiv miteinander in einen Austausch über ihre Fragen und Probleme, ihre Erfahrungen, Lösungswege und dafür vorhandene Ressourcen gehen. Sie werden zu Experten und Expertinnen für die Probleme anderer Familien und empfangen gleichzeitig Unterstützung für die eigenen Problemlagen. Unter Multifamilientherapie ist die simultane Arbeit mit mehreren Familien in einem Gruppenkontext zu verstehen. Anstelle der Arbeit mit einer Familie werden dabei 5 – 8 Familien zu einem gemeinsamen Arbeitskontext zusammengeführt. Die Gruppen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine hohe Elternbeteiligung haben und aufgrund der besonderen Haltung der MultifamilientrainerInnen nachhaltige Veränderungsprozesse entstehen. Familien sind schnell von dieser Art der Familienarbeit überzeugt. In unserem Workshop werden wir vorstellen, wie die Methode der Multifamilientherapie am Beispiel einer Tagesgruppe oder Wochengruppe im Jugendhilfealltag umgesetzt werden kann.