Programm

10:00 Begrüßung

10:10 Uhr: Vortrag 1
Frühe Hilfen – Präventionsansätze in der frühen Kindheit
Frühe Hilfen sind Angebote für Eltern ab der Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahre. Sie sind niedrigschwellig und richten sich besonders an Familien in belastenden Lebenslagen.
Frühe Hilfen dienen der Stärkung der elterlichen Beziehungs- und Erziehungskompetenz und bieten Eltern Unterstützung, Beratung und Begleitung. Ziel ist es, jedem Kind eine gesunde Entwicklung und ein gewaltfreies Aufwachsen zu ermöglichen. Dabei kommen Angebote der Frühen Hilfen aus verschiedenen Systemen, insbesondere aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen, der Frühförderung und der Schwangerschaftsberatung. Fachkräfte dieser verschiedenen Bereiche arbeiten in lokalen Netzwerken zusammen, um Eltern bei der Betreuung und Förderung ihrer Kinder zu unterstützen.
Der Vortrag gibt einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der Frühen Hilfen und stellt einen präventiven Ansatz zur Förderung elterlicher Erziehungs- und Beziehungskompetenzen exemplarisch vor.

Dr. phil., Dipl.-Psych. Anne Kathrin Künster
lnstitut Kindheit und Entwicklung


10:45 Uhr: Vortrag 2
Das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung und Psychische Gesundheit (DZPP) – Neue Wege und Möglichkeiten in der Prävention für Kinder und Jugendliche
Im Jahr 2019 wurde das DZPP gegründet. Das Ziel des Zentrums ist es innovative Präventionsprogramme zu Reduktion psychischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter zu entwickeln, evaluieren und zu verbreiten. Vorgestellt werden laufende Projekte und, worauf Sie beim Einsatz von Präventionsprogrammen achten sollten.

Dr. phil., Dipl.-Psych. Arne Bürger
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg.


11:15 Uhr: Vortrag 3
Nutzungsstörungen digitaler Medien im Kindes- und Jugendalter – Interdisziplinäre Herausforderungen eines neuen Phänomens
Die Nutzungszeiten digitaler Medien haben in den letzten Jahren und v.a. unter der COVID-19-Pandemie signifikant zugenommenen. Kinder und Jugendliche sind im Rahmen ihrer Entwicklung besonders gefährdet, riskante oder pathologische Nutzungsmuster zu entwickeln. Der Vortrag beschäftigt sich mit Hintergrundinformationen zu Systematik, Verbreitung und Ätiologie sowie mit aktuellen Ansätzen zu Diagnostik und Therapie dieser neuen Störungsbilder. Implikationen für die Praxis werden diskutiert

Dr. med. Dipl.-Psych. Kerstin Paschke
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


12:00 – 13:00 Mittagspause


13:00 Uhr: Vortrag 4
Präventionsprogramm Fairplayer. Manual – Klasse 5-6: Förderung sozialer Kompetenzen und Prävention von Mobbing und Schulgewalt

Fairplayer.Manual ist ein evaluiertes Programm zur Prävention von Schulgewalt und Bullying sowie zur Förderung von sozialen Kompetenzen und Zivilcourage, welches im Arbeitsbereich Entwicklungspsychologie und Angewandte Entwicklungswissenschaft (Prof. Dr. Scheithauer) entwickelt wurde. Im Rahmen der Lehrkräfte-Fortbildung werden neben theoretischen Grundlagen zum Thema Bullying, die verschiedenen Programminhalte, u.a. Mobbing, Zivilcourage, Gefühle und Körpersprache, Klassenklima, Geschlechterrollen mit Hilfe von interaktiven Übungen, Gruppenarbeiten und Rollenspielen erarbeitet. Zum gibt es praktische Hinweise für die schulpsychologische Arbeit und Durchführung mit der Schulklasse. Der Vortrag zeigt die einzelnen Programmbestandteile und Grundhaltung der Durchführenden im Überblick. Zudem werden einzelne ausgewählte Übungen zur Veranschaulichung genauer dargestellt

M.Sc.Psych. Viola Lechner
Freie Universität Berlin


13:30 Uhr: Vortrag 5
Beratung und Therapie mit sexuell übergriffigen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein Präventionsangebot der pro familia Fachberatungsstelle bei sexueller Misshandlung
Bericht aus der Praxis des Präventionsangebotes der pro familia Fachberatungsstelle bei sexueller Misshandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Würzburg.

Dipl. Soz. päd. (FH), M.A. (Phil.) Hans-Peter Breuner
pro familia Beratungsstelle Würzburg


14:00 Uhr: Vortrag 6
Das „Talk to Me“ Programm: Suizidprävention im Kindes- und Jugendalter
Der Suizid stellt bei jungen Menschen die zweithäufigste Todesursache dar. In Deutschland sind mehr als 70 % der belegten Betten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Patient:innen, die einen Suizidversuch unternommen haben, belegt. Zur Verbesserung der Suizidprävention junger Menschen entwickelten wir das „Talk to Me“ MOOC, ein kostenfrei verfügbares, online basiertes Programm, welches in 6 Modulen die Selbstwirksamkeit junger Menschen zur Bewältigung eigener Krisen fördern soll sowie die Achtsamkeit im Umgang mit Problemen der Peer Gruppe verbessern hilft. Dabei werden psychoedukative Elemente erlernt sowie der angemessene Umgang bei eigenen Krisen sowie bei Krisen anderer eingeübt.

Dr. med. Victor Kacic
Kinder- und Jugendpsychiatrie Aschaffenburg

Eine Übersicht des Programms als pdf finden Sie hier.