Programm

Hier finden Sie unser Programm für Montag, 27.09.2021, 10.00 – 12.00 Uhr:

Begrüßung

Vortrag 1: Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Zwangsstörungen gehen bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen häufig mit erheblichem Leidensdruck und deutlichen Beeinträchtigungen im sozialen und schulisch-beruflichen Leben einher. Im Vortrag wird eingegangen auf das Erscheinungsbild und häufige Begleitkonstellationen der Zwangsstörung im Kindes- und Jugendalter sowie behandlungsrelevante Aspekte zur deren Entstehung und zum Verlauf. Aktuelle leitlinienorientierte Behandlungswege werden besprochen.

PD Dr. phil. Thomas Jans
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg.


Vortrag 2: Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten
Nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) hat sich in den letzten Jahren zunehmend von einem klinischen zu einem gesundheitspolitischen Problem entwickelt. NSSV ist ein Hochrisikomarker für die Entwicklung psychischer Störungen und ist mit einem erhöhten Selbstmordrisiko verbunden. Vor allem schwere Formen der Selbstverletzung können im Helfersystem zu Überforderung und Hilflosigkeit führen. Im Vortrag wird daher neben den Ursachen dieses Verhaltens auf evidenzbasierte Interventionsmöglichkeiten im Jugendalter eingegangen.

Dr. phil. Arne Bürger
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg.


Vortrag 3: Verhaltenstherapie bei Jugendlichen mit ADHS
Mit Beginn des Jugendalters verändert sich oft die Symptomatik der ADHS. Motorische Hyperaktivität tritt in den Hintergrund, während Schwierigkeiten bei Organisation, Emotionsregulation, Selbstwert und Beziehungsgestaltung im Vordergrund stehen. Mit steigendem Lebensalter steigen außerdem die Anforderungen an Fähigkeiten zur Selbststrukturierung und Selbstregulation. In dem Vortrag werden verhaltenstherapeutische Interventionen vorgestellt, die speziell für die jugendtypische Symptomatik der ADHS sowie damit einhergehender Beeinträchtigungen zusammengestellt wurden.

Dr. phil. Julia Geissler
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg.


Vortrag 4: Eine mögliche Kindeswohlgefährdung?! – Herausforderungen der Pandemie im Umgang mit Meldungen
Kindeswohlgefährdung geht alle an. Ob Nachbarn, Familienmitglieder, Ehrenamtliche, Mitarbeiter*innen von haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerksbetrieben, Ärzt*innen, Therapeut*innen und selbstverständlich alle Pädagog*innen sind gefragt und sollten einschätzen können, ob Kinder und Jugendliche vielleicht Hilfe benötigen bzw. ihnen sollte bekannt sein, an wen man sich bzgl. dieser Einschätzung wenden kann.

Im Rahmen der Lockdowns der Jahre 2020 und 2021 wurde vielfach gemeldet, dass die Frühwarnsysteme der Jugendhilfe bei Kindeswohlgefährdungen wie z.B. Kindergärten und Schulen geschlossen waren und durch die Ausgangsbeschränkungen und die sonstigen negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Familien die häusliche Gewalt und die Übergriffe auf die Kinder zugenommen haben. Im Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Würzburg haben wir versucht, möglichst flexibel auf die Herausforderungen zu reagieren und gemeinsam mit den vielen Institutionen in der Stadt, neben der akuten Krisenbewältigung in Einzelfällen, eine Corona Pandemiefolgen Task Force ins Leben gerufen. Daher möchten wir Ihnen das Thema „Eine mögliche Kindeswohlgefährdung?! – Herausforderungen der Pandemie im Umgang mit Meldungen“ näherbringen.

Heike Richardt
Fachabteilung Soziale Dienste, Fachbereich Jugend
Gunter Kunze
Leiter Fachbereich Jugend und Familie (Stadtjugendamt) Würzburg